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Merkzettel für Rookies

Dieser Merkzettel soll besonders Neulingen einen kurzen Überblick über den Tierschutz bei unseren Schlittenhunderennen geben, entbindet aber nicht von der vollständigen Lektüre der Rennordnung (RO) und der Tierschutzordnung (TschO) des SSVNord.

Zulassungsbedingungen:

-          Am Wagenrennen teilnehmende Hunde müssen mindestens 12 Monate alt sein (1.1.3.7. RO).

-          Jeder am Rennen teilnehmende Hund muss gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose und Zwingerhusten geimpft sein (1.1.4.3. RO).

Geschirre und Zugleinen:

-          Um Zugarbeit zu verrichten muss der Hund ein angemessenes Geschirr tragen. Zu diesen Geschirren zählen Renn-, Lasten- und sog. Touren- oder Führgeschirre. Um Schaden am Tier zu vermeiden sollte das Geschirr ausreichend gepolstert sein. Es ist verboten den Hund ohne Geschirr, nur mit Halsband, eine Last ziehen zu lassen (1.3.1.1. RO).

-          Alle Hunde müssen einzeln hintereinander oder in Tandemformation eingeschirrt werden. Die Anspannung als Fächergespann ist nicht erlaubt (1.3.1.2. RO).

-          Alle Hunde müssen mit der Hauptzugleine durch eine Halsleine und eine Zugleine, die hinten am Geschirr befestigt wird, verbunden werden. Der Leithund muss mit dem Gespann durch eine Zugleine, die ebenfalls hinten im Geschirr befestigt wird, verbunden werden. Die Verwendung einer Neckline ist für Gespannleithunde obligatorisch (1.3.1.3. RO).

-          Unserer Meinung nach sind Führ- und Tourengeschirre für richtige Zugarbeit allerdings nicht geeignet. Die Hunde sollten ein passendes X-Back o .ä. Geschirr tragen.

-          Die Zentralleine oder die Zugleine muss mit einem für die Hundezahl ausgelegtem Ruckdämpfer versehen sein (1.3.1.6 RO).

-          In den Velo- oder Scooter- Klassen sollte die Zugleine entweder mit einem Bauchgurt am Musher oder am Fahrrad/Scooter befestigt werden (so, dass man die Verbindung mit Hilfe eines Karabiners im Notfall schnell lösen kann). Außerdem ist eine Vorrichtung, die das Verwickeln der Zugleine im Vorderrad verhindert, sehr zu empfehlen.

-          Die Hunde (auch gerade in den Klassen Cross/Scooter/Velo!!!) sollten gelernt haben am Start mit gespannter Zugleine auf das Startkommando zu warten. Ist dies nicht der Fall, sollte ein Helfer die Hunde in dieser Position festhalten. Ansonsten rennen die Hunde über mehrere Meter mit voller Wucht am Start in die Leine!

-          In den Kategorien Velo und Scooter darf/dürfen der /die Hund/e niemals hinter dem Fahrrad oder Scooter laufen oder gar hinterher gezogen werden. Der Hund soll vorlaufen und ziehen, allenfalls kann er kurzfristig neben dem Gefährt an lockerer Zugleine laufen (3.2.6 RO)

Verhalten auf der Strecke:

-          Ein Hund, der nicht mehr in der Lage ist zu laufen, oder kann bei einem Streckenposten abgegeben werden (3.2.4. RO).

 

Misshandlung von Hunden:

-          Das Schlagen bzw. Disziplinieren eines oder mehrerer Hunde mit oder ohne Gegenstände ist generell verboten, es sei denn, die ist erforderlich, um kämpfende Hunde zu trennen damit dem Hund kein weiterer Schaden zugefügt wird.

 

 

 

 

Krankheiten:

-          Tiere, die an offensichtlich ansteckenden Krankheiten leiden (z. B. Husten, Durchfall), dürfen nicht auf den Rennplatz gebracht werden (3.a TschO).

-          Kreislaufzusammenbrüche, die während oder nach einem Rennen bei einem Hund auftreten, sind auf ein Defizit des Trainings, der Haltung und der Beobachtung der Hunde während des Rennens zurückzuführen. Tritt ein solcher Fall auf, so wird der Hund umgehend gesperrt und der Musher für das Rennen, an dem der Vorfall auftrat, nicht gewertet (3.d TschO).

-          Es sollte selbstverständlich jeder teilnehmende Hund in guter körperlicher Verfassung, den Anforderungen des Rennens entsprechend trainiert und weder zu dick (Überlastung von Kreislauf und Gelenken) noch zu dünn sein.

Boxen:

-          Jeder Hund benötigt eine Ruhefläche, die ein entspanntes Liegen, ein Stehen und ein Drehen des Hundes ermöglicht. Die Boxen müssen Schutz vor Witterung (Regen, Kälte, Sonne, Wind) bieten und so konstruiert sein, dass sich im Inneren wenig Kondenswasser bildet. Die Boxen dürfen keine scharfen Kanten oder vorstehende Schrauben aufweisen, an denen sich die Hunde verletzen können. Die Belüftung der Boxen muss ausreichend und so konstruiert sein, dass sich übermäßige Wärme nicht aufstauen kann und der Hund, besonders während der Fahrt, keiner Zugluft ausgesetzt wird. Werden die gleichen Boxen während der Fahrt verwendet, so ist auf einen rutschsicheren Boden zu achten. Befinden sich die Boxen in einem Anhänger hinter einem PKW, so ist ein Eindringen von Abgasen zu verhindern (5.a TschO).

Haltung der Hunde auf dem Stake-Out-Platz:

-          Die Materialen (des Stake-Outs)müssen so beschaffen sein, dass keine Verletzung der Hunde stattfinden kann (5. TschO). Der Abstand der Hunde zueinander muss so sein, dass keine Verwicklungen (Gefahr der Strangulation!) stattfinden können.

-          Hunde sollen auf dem engen Stake-Out-Platz nicht an meterlangen Leinen angebunden werden. Geht lieber öfter spazieren!

-          Es soll darauf geachtet werden, die Hunde nicht länger als 90 Minuten unbeschäftigt (ohne direkten Kontakt zum Musher) am Stake-Out zu befestigen (5. b TschO).

-          Das Verlassen des eigenen Stake-Outs, während die Hunde angekettet sind und ohne Zurücklassung einer Aufsicht ist verboten und wird als leichtes bis bei entsprechenden Zwischenfällen schwerwiegendes Vergehen geahndet (5. b TschO).

-          Während der Nacht (23:00 bis 6:00 Uhr) sind die Hunde in den Boxen (WoWa/WoMobil) zu halten (5 b TschO).

Hygiene:

-          oberstes Gebot, unabhängig von der gewählten Stake-Out Form ist die Einhaltung der Hygiene (Boxen, Einstreu, Hunde etc.) (5. c TschO).

Jeder Musher trägt neben der Verantwortung für seine eigenen Hunde auch ein Stück Verantwortung für die Außenwirkung unseres faszinierenden Sports mit dem Lebewesen Hund. Für einige Besucher, die oft normale Hundehalter sind, ist unsere Haltung der Hunde auf dem Stake-Out Gelände vielleicht erstmal gewöhnungsbedürftig. Also nehmt Rücksicht und seid fair zu euren Hunden und euren Sportskameraden.

In diesem Sinne

Good Mush

Britta Hergenhan (Tierschutzbeauftragte des SSVNord)